Servus: Abschied von drei Größen der SWARCO Raiders

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Die großen Vier: Andreas Pröller, Florian Grein, Jakob Dieplinger und Mario Rinner (v.l.). Drei von ihnen beenden ihre Karriere bei den SWARCO Raiders (Foto: Schellhorn)

Die Tränen in den Augen waren im strömenden Regen kaum zu sehen. Doch der wehmütige Klang seiner Stimme war nicht zu überhören. Umringt von seinen Teamkameraden dankte WR Andreas Pröller seinen Weggefährten nach dem Austrian Bowl-Sieg und dem damit verbundenen erstmaligen Gewinn des "Double" der SWARCO Raiders für die vielen einzigartigen Momente und Erfahrungen, die er mit ihnen erleben durfte. Anschließend sprach auch DE Mario Rinner zum Team und ließ kurz die 16 Jahre seiner Footballkarriere Revue passieren. Mit dem passenden Schlachtruf "History" beendeten Pröller und Rinner das Huddle.

Es war das letzte Huddle der Saison 2011 für die SWARCO Raiders, das Bruderteam der Oakland Raiders. Für Pröller, Rinner und auch für WR Jakob Dieplinger war es das letzte Huddle ihrer Laufbahn mit dem besten Team Europas.

Denn das Trio hängt seine Footballschuhe in diesem Sommer an den berühmten Nagel. Alle drei wollen bei der Football-Weltmeisterschaft in Österreich (8.-16. Juli) noch einmal auftrumpfen und sich auch auf Nationalteamebene gebührend verabschieden.

Der Abschied von den SWARCO Raiders ist bereits geschehen – und er kam mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Ich habe viele tolle Jahre bei den SWARCO Raiders gehabt", erklärte Pröller. "Ich war bei allen großen Titeln dabei. Los ging es 1997, als wir mit den Junioren die Meisterschaft gewonnen haben. Ich war beim Austrian Bowl 2006 und 2011 dabei und habe drei Mal den Eurobowl gewonnen."

"Es waren 15 wundervolle Jahre, die ich auf keinen Fall missen möchte", sagte Dieplinger. "Ich werde immer wieder gern auf meine aktive Laufbahn zurückblicken. Aber aus sportlicher Sicht war diese Saison mit dem erstmaligen 'Double'-Gewinn sicher das Highlight."

Auch Rinner erinnerte sich gern an die vielen Erfolge – einen im Besonderen. "Für mich war ein anderes Spiel mein persönliches Highlight", gesteht der Tiroler. "Ich spreche vom ersten Austrian Bowl mit den SWARCO Raiders 2004, weil wir immer der Underdog waren. Es gab immer größere Teams in Österreich. Von da an ist es immer bergauf gegangen mit uns."

Als Pröller (1994), Rinner und Dieplinger (beide 1996) erstmals ihre Shoulder Pads übergeworfen haben, ähnelten die Strukturen der SWARCO Raiders keineswegs denen von heute. "Zu jener Zeit gab es noch keine Nachwuchsmannschaften. Die meisten Spieler waren über 30 Jahre alt, also doppelt so alt wie ich", so Pröller schmunzelnd. Sein Bruder hatte ihn zum Football gebracht. Rinner kam aus der BMX-Szene und suchte ein neues Abenteuer. Dieplinger folgte in die Fußspuren seiner Brüder, die den Verein von Beginn an geprägt hatten.

Seither haben sich die SWARCO Raiders kontinuierlich weiterentwickelt – sportlich und wirtschaftlich. Rinner brachte es auf den Punkt: "Ich bin mit den SWARCO Raiders groß geworden und in meiner Zeit sind auch die SWARCO Raiders groß geworden."

Längst sind die Tiroler Footballer das Aushängeschild des American Football in Europa. Das verdeutlicht auch der Weg, die das abtretende Trio einschlagen wird. Alle drei sind schon lange nicht nur Spieler der SWARCO Raiders. Rinner und Dieplinger fungieren als Nachwuchscoaches und sportliche Leiter. Pröller ist seit einem Jahr der Strength and Conditioning Coach der SWARCO Raiders.

Diese Position wird er auch zukünftig bekleiden. Des einen Freud, des anderen Leid: "Ich werde die Jungs jetzt noch härter drannehmen als im vergangenen Jahr", lachte er. "Jetzt mach ich ja nicht mehr selbst mit. Jetzt kann ich alle anderen rumkommandieren."

Auch Rinner und Dieplinger werden dem Team am Spielfeldrand erhalten bleiben. Im Sommer geht Dieplinger in die USA ans College, um dort sein Können als Coach noch zu verbessern. Rinner wird den Tirolern weiterhin als Mitglied des Coaching Staffs und des Front Office erhalten bleiben. "Jetzt ist die Zeit gekommen, den vielen jungen und talentierten Spielern in unserem Team die Chance zu geben, sich zu beweisen", sagte Rinner. "Wir sind ganz oben angekommen und jetzt werfen wir sie ins kalte Wasser und holen mit ihnen hoffentlich noch mehr Titel."

Dennoch sind Titel nicht alles, wie Pröller, Rinner und Dieplinger selbst bei ihrem Abschied von den SWARCO Raiders festellten. Wenn sie in Zukunft an ihre aktive Laufbahn zurückdenken werden, werden die Medaillen und Trophäen nur Beiwerke bewegender Augenblicke sein.

"Es gibt in einem Sportlerleben so viele Highlights", schaute Pröller zurück. "Das muss nicht immer ein Sieg sein. Das kann ein guter Tackle oder ein toller Catch sein. Es ist die Summe der Erfahrungen, die man hat machen dürfen. Teil dieser tollen Mannschaft gewesen zu sein, das werde ich den Rest meines Lebens nicht vergessen."

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